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Eilema caniola (Hübner, [1808]) neu für Bayern


Auf ungewöhnliche und unerwartete Art und Weise wurde die Art, welche im Bodenseeraum und in Oberschwaben mehrfach ganz in der Nähe der bayerischen Grenze nachgewiesen wurde (s. Baden-Württemberg-Fauna 5: 256), in Bayern erstmals gefunden. Die "ekligen Würmer", welche in der Nürnberger Gartenstadt Aufsehen erregten und die Presse zu einer maßlos überzogenen Darstellung verleiteten, stellten sich nach Bestimmung und Zucht durch Herrn Rudi Tannert als diese Art heraus. Ihr Vorkommen ist ganz sicher eine Folge des Klimawandels und bei genauerem Hinsehen dürfte die Art sicher auch an anderen Stellen zu finden sein.

Nürnberger Zeitung, Di, 17. April 2007

E. caniola Raupen ernähren sich an feuchten Hauswänden und Dächern vom Flechten- und Algenbewuchs. Im Falle Nürnberger Gartenstadt waren es nicht "Millionen von Raupen" (wie in der Presse dargestellt), wie Herr R. Tannert versicherte, sondern immerhin einige Hunderte, welche auch in Wohnungen und Speichern auftauchten und so das Interesse der Anwohner erregten. Dass die alarmierte Presse die "Plage" mit Prozessionsspinnern und Hautreizungen verknüpfte und die Meldung damit über den lokalen Raum sich über ganz Bayern rasch ausbreitete, ist eine Erscheinung der modernen Medienwelt. Der Wissenschaft und der bayerischen Faunistik hat sie jedenfalls eine bisher hier unbekannte Art erbracht, aber auch gleichzeitig eindrucksvoll belegt, wie wichtig und wertvoll Entomologen sind, welche die zahllosen einheimischen Insektenarten tatsächlich sicher bestimmen können.


Der Artikel in der Nürnberger Zeitung vom 17.04.2007 wurde auf Veranlassung von Herrn Tannert durch einem akzeptablen Bericht von Herrn M. Orgeldinger am 03.05.2007 inzwischen richtiggestellt.



H. Hacker

Foto Mathias Orgeldinger

Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Entomologen e.V.