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Eucosma albidulana (Herrich-Schäffer,1851), eine für Bayern und Süddeutschland neue Wicklerart (Lepidoptera: Tortricidae)
Bei der Bearbeitung einer Kleinschmetterlings-Ausbeute, leg. Werner Wolf (Bindlach), aus dem Taubertal nördlich Rothenburg o.T., Lkr. Ansbach, Mittelfranken, fiel mir eine in mehreren Stücken vorhandene Eucosma-sp. auf, die der häufigen Eucosma cana ähnelte, jedoch schmalflügeliger und reiner grau war. Die Genitaluntersuchung eines Männchens brachte meine Vermutung zur Gewissheit, dass es sich um die mir aus dem Burgenland und aus Friaul bekannte Eucosma albidulana handelte.
Nach der Deutschlandliste (Gaedike & Heinicke, 1999) ist diese Art aktuell nur aus Ostdeutschland bekannt (Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen). Für Thüringen und das Saarland sind daneben alte Nachweise angegeben. In Österreich kommt die Art nur in den Bundesländern Niederösterreich, Wien und Burgenland vor (Huemer & Tarmann, 1993).
Neben den recht charakteristischen, ohne alle rotbraunen Einmischungen hellgrauen, weißlich gezeichneten Vorderflügeln ist beim Männchen der viel schmälere Cucullushals der Valven differentialdiagnostisch gegenüber E. cana relevant. Sonstige nah verwandte Arten sind schon eidonomisch unverwechselbar (Eucosma wimmerana, lacteana, parvulana, hohenwartiana) und auch im Genital leicht unterscheidbar.
Das Stück (Männchen) meines Dauerpräparats (GU-07-2004) trägt die Daten: Weißenmühle, Taubertal, 26.vii.1996. Weitere 3 Stücke aus diesem Raum datieren zwischen 27.6. und 27.7.1996.
Das Gebiet ist faunistisch sehr interessant. Unter anderem fanden sich in diesem Material so bemerkenswerte Arten wie: Batia internella, Mirificarma maculatella, Pelochrista caecimaculana, Notocelia tetragonana, Alucita huebneri, Alucita desmodactyla, Pempelia obductella, Hypochalcia lignella, Acrobasis obtusella, Xanthocrambus saxonellus, Dolicharthria punctalis u.v.a.
Es sei hier daran erinnert, dass das Taubertal (Unterlauf auf badischem Gebiet bei Tauberbischofsheim) schon einmal als Fundort eines hochinteressanten Wicklers bekannt wurde, nämlich der bis heute nur als Holotypus bekannten Pelochrista pfisteri (Obraztsov, 1951). Es ist schon sehr auffallend, dass weder in diesem Gebiet noch sonst in der Westpalaearktis jemals mehr ein zweites Exemplar dieser Art bekannt wurde.
Razowski (2003) gibt in seinem europäischen Tortricidenbuch die Genital-Originalzeichnung von Obraztsov wieder, den Falter bildet er nicht ab. Bei Hannemann (1961) ist die Falterabbildung völlig verunglückt, besser ist er abgebildet bei Pröse (1983) in der Zeitschrift „Atalanta“. Der Falter ähnelt etwas der südeuropäischen Pelochrista fusculana, das Genital ist aber deutlich verschieden.